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2020

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Montag, 09 November 2020 21:51

Nach der Wahl

- «Ja. Madisch…»

- «Was ist, Edi ?»

- «Jetzt können wir nicht mehr einfach nur zum Fenster hinausschauen…»

- «Warum nicht?»

- «Trump ist weg … vom Fenster sozusagen...- aber wie in jedem Horrorfilm, wird seine Fratze nochmals auftauchen… lauern, damit eine Fortsetzung des Streifens möglich wird…»

- «Das Fortschreiten im Leben ist immer auch eine Annäherung an den Tod.»

- «Ernsthaft: … Wenn Du die Exitpolls anschaust, dann hat gegenüber 2016 die politische Polarisierung in den USA zwischen den verschiedenen soziodemographischen Gruppen abgenommen…»

(Madisch gähnt.)

«… Trump erzielt 2020 anteilsmässig mehr Stimmen unter den Jungen und weniger bei den Älteren, weniger bei Weissen und mehr bei Schwarzen und Hispanics… Mit anderen Worten: diese soziodemographischen Gruppen kommen sich ‘näher’. Und trotzdem wird von einer starken Polarisierung gesprochen.»

-   «Schwaffelst du jetzt noch einen Sieg für deinen geliebten Trump herbei?»

-    « Nein. Aber auf alle Fälle hat es hat keinen «Erdrutschsieg» der Demokraten gegeben . Im Parlament werden sie es noch schwierig haben…»

-   «Edi?»

-   «Was ist, Madisch?

-   «Hast du diesen Artikel im ‘Intelligenzer’ gesehen?»

-   «Wie die Frauen in den 70er konservativer wählten als die Männer - und dann immer progressiver werden in der Gegenwart...?  Ja, die Geschlechterrollen gleichen sich an und differenzieren sich je aus... – damit haben solche Sexisten wie Trump letztlich keine Chance mehr. Aber, aber der Wettbewerbsglaube, eine neoliberale Wirtschaftsideologie schwingt dennoch oben auf…»

-    «Also ich finde, der Artikel sagt zunächst nur, dass der Geschlechterkampf sich allmählich auch in der Politik zeigen wird... also dass die politischen Fronten neu gezogen werden. Ihr Männchen werdet noch sehen…!»

-          « Also Yang sieht das einfacher: Die ‘arbeitende Bevölkerung’ traue den Demokraten nicht, sehe sie als weltfremde Utopisten – und den Medien sei nicht zu trauen. Die ‘Message’ der Linken, aber auch der Qualitätspresse sei wohl unklar, zu kompliziert...»

-          «In dem Artikel zum Wahlverhalten der Geschlechter wird die Bildung und die Entwicklung des Bildungsniveaus leider nicht spezifisch angesprochen…Und es haben wieder erstaunlich viele Weibchen für diesen Trump gestimmt...»

-          «Auch die Emotionen werden halt nicht angesprochen - welche zuweilen vielleicht doch eine ...Sehnsucht nach der starken Hand aufkeimen lassen... Aber andererseits denke ich, vor allem wenn man AOC oder Ilhan sprechen sieht – speziell bei solchen Frauen lässt sich auch komplexen Argumentationen leicht folgen. Diese Frauen reden alleine von der Emotionalität her anders als die meisten Männer - einnehmend, oder eher mitspürend… Auch Kamala hat diese Emotionalität… Bei den Männern findet sich das vielleicht bei Jordan ein wenig – wenn es auch hier machistisch eingefärbt ist...

(Madisch wendet sich ab. Aber beide sind zufrieden, ihre Diskussion wird wieder kreativer.)

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Donnerstag, 05 November 2020 23:03

warten

Edi: «Ja, Madisch. Wir sind etwas still geworden....»

Madisch: «Vor vier Jahren, als er gewählt wurde – haben wir zum Fenster hinaus geschaut, still. Du hast mich gestreichelt...»

Edi: «Und jetzt warten wir auf die Schlussresultate – ob er wiedergewählt wird...»

Madisch «Du wirkst verstört. Ist dein Spässchen mit ‘ich liebe Trump’ am Ende?»

Edi: «Madisch, du hustest mir zu viel in letzter Zeit… Covid? Es beruhigt nur, dass dein Appetit ungebrochen ist…»

Madisch: «Es sind viele, welche Trump gewählt haben. Viele sind aktivistisch – und Vereinzelte gewalttätig…»

Edi: «Es gibt immer welche, die jeden Vorwand zum rioten nehmen… aber ich bin auch überrascht, wie viele alle demokratischen Prinzipien, jeden Anstand in den Wind schlagen, um diesem Rattenfänger von Hammeln zu folgen…»

Madisch: « ... Und all diese republikanischen Parlamentarier, teils offen entlarvte Lügner, die keine Prinzipien haben...die eine erzkonservative Richterin auf Lebenszeit in reiner Machtdemonstration noch durchgedrückt haben…Und sie werden gar wiedergewählt…»

Edi: «…und es wäre nicht so, dass die Demokraten weniger finanzielle Mittel im Wahlkampf gehabt hätten… eher mehr…»

Madisch: «Ihr Menschen seid komisch…»

Edi: «Sogar mehr dunkelhäutige, Transsexuelle, weisse Frauen haben Trump gewählt als vor vier Jahren…»

Madisch: «Hast du den Artikel in der New York Times gesehen, der das genauer betrachtet? Ihr sollt eine Neigung haben Euch den Patriarchen zu unterwerfen, deren Nähe zu suchen…»

Edi: «Ja, Madisch. Das ist, was ich immer sage – der autoritäre Charakter, wie Horkheimer das angedacht hat…»


Madisch: «Jetzt mach mal was damit, statt es immer nur anzudeuten!»

Edi: «Hm. Es ist nicht so einfach. Der Ansatz scheint mir einiges zu erklären, aber es sind andere Zeiten. Die Erziehungsmuster haben sich geändert – aber die Körperwahrnehmung, das Empfinden, die Selbstwahrnehmung, die emotionale Wahrnehmung – die hinkt diesen Entwicklungen noch nach.. aber wie das umsetzen?»

(Madisch schweigt, verzieht sich, von ferne:)
«Warten wir mal das Endergebnis ab…»

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