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2019

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Freitag, 19 Juli 2019 14:44

Trump und die Karawane XCVI

- «Du-u? Edi?»

- «Jaa, Madisch?»

- «Du hast Trump als Trottel bezeichnet in unserer letzten Diskussion – und du selbst hast mich immer zurechtgewiesen, wenn ich eine abschätzige Bezeichnung für das Arsch.. verwendet habe…»

- «Stimmt, habe ich nicht gerne. War ein Ausrutscher. Sorry, Mr. President. You are only part of yourself… as every body else on the world. Wir sind immer auch Teil des grossen Ganzen, Teil dessen, was von uns erwartet wird.»

-«Wenn ich dich mit einem Makel erwische, wirst du immer gleich philosophisch.»

- «…da entblödet sich der Kerl nicht einen Mob gegen eine Parlamentarierin aufzuhetzen… Aber es ist eben genau Strategie….»

- «..insofern interessant, was diese alaskische Republikanerin zum Thema meint.»

- « Ja. Trumps Angriffe haben System – Sind Teil seiner Wahlkampfstrategie. Deshalb sollte die Reaktion nicht Reflex, sondern reflektiert sein. »

- «Auch jener Hitler soll damals Wahlen gewonnen haben. Die Deutschen sollen mehrheitlich für den späteren Massenmörder und seine Agenda gestimmt haben-»

- «Hm – Mitlaufende gibt es wohl auch im linken Spektrum… (Pause) – Hast Du gemerkt? Der Horror in den Detention Camps und im Umgang mit den Millionen von Migrierenden ist vor lauter Trump im Schatten… Trump blendet seine Wählerschaft und ein Teil der Öffentlichkeit – Jetzt ist er der Leader, der alle Häme auf sich nimmt. Er hat ja gesagt, dass er nicht unglücklich sei, wie die Diskussion laufe… auch wenn er sich dann etwas distanzierte…»

- «Ediii?»

- «Jaa, Madisch?»

- «Du hast doch gesagt, dass unsere Gespräche zu wenig witzig wären…»

(ich ziehe es wieder einmal vor meinerseits das Gespräch zu beenden.)

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Sonntag, 14 Juli 2019 11:02

Karawane XCV & Notre Dame

- «Kaum frage ich mich, wo der Pence bleibt, taucht er auf in einem Lager für illegal Migrierende.»

- «Was kümmert dich plötzlich der Pence?»

- «Der Trump-Vize war immer so präsent. Meist schweigend. Steht, sitzt er im Hintergrund, wenn der Trottel meint, etwas verkünden zu müssen.»

- «Es rieche schlecht. Teils seien die Männer in einem Käfig, welcher so eng sei, dass nicht alle gleichzeitig sich hinlegen und schlafen könnten – notabene auf dem nackten Boden.»

- «Ähm, du bist wieder bei dem Pence in dieser facility in MacAllen. Seltsamerweise ist dem Artikel das Zähneputzen wichtig. Das wird ausgiebig diskutiert. Die gestrandeten, migrierenden Männer könnten täglich einmal die Zähne putzen. 88'000 Zahnbürsten habe es.»

- «Na, ja…»

-«Täte dir auch manchmal gut bei deinem Mundgeruch.»

- «Pence schien nicht schockiert…»

- «Es geht eben um Abschreckung. Das ist die message: Kommt nicht, hier geht’s Euch dreckig. Auch dafür ist sich dieser Vize nicht zu schade.»

- «Die UNO hat die Europäer aufgefordert, Migrierende nicht nach Libyen zurück zu schaffen. Die Lage sei dort katastrophal. Unmenschlich. 800'000 Migrierende …»

- «Das Elend muss unermesslich sein. Wie diese Menschen essen, trinken, leben…? Wo sie nichts haben und in einem fremden Land sind – alles zurückgelassen haben, vielleicht gar geflüchtet sind… mit nichts…»

- «In Paris haben am Freitag Migrierende den Panthéon besetzt. Die leben in Zeltstädten unter den Autobahnbrücken. Wir reden und reden…Es wird uns noch einholen. Irgendwann fliesst das Blut aus den Leibern.»

- «Panthéon. Victor Hugo, Emilie Zola, Voltaire oder Rousseau werde da geehrt. Schreibt die Frankfurter Allgemeine in dem Artikel. Das interessiert nicht mal die Touristen wirklich, die sonst dort ein und ausgehen.»

- «Um Victor Hugo hast Du doch beim Brand der Notre Dame so ein Theater gemacht…»

- «Genau. Die Notre Dame und ihr Glöckner und die schöne Frau.. dabei ist das Buch von Victor Hugo ein Panoptikum der Pariser Verhältnisse seiner Zeit. Es dreht um Fragen, wie sich Soziales mit menschlichem verbindet - irgendwie. Ich müsste mal genauer lesen…»

- «Schau mal – Die Woz hat es gemacht…respektive jemand für die WoZ.»

- «Stimmt. Genau – das mein ich. Stark. Hab ich nicht gesehen.»

(Madisch zieht es wieder vor zu schweigen, sich einzurollen und zu träumen.)

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Sonntag, 07 Juli 2019 15:17

Gras wachsen hören: Dummheit und Zeit.

- «Ja, Madisch...- » (Edi seufzt.)

- «Geht’s Dir nicht gut?»

- «Nein. Geht nicht gut. Trump.»

- «Gestern warst du noch Fan von ihm -«          (Madisch flieht in den Garten.)

- «Madisch! ...bin nicht Fan – sondern ‘bewundere’ ihn dafür – ...dass es ihm gelingt alle zum Narren zu halten. Wir lieben Narren als Präsidenten.»

- «Jetzt hast du offenbar gerade die Reuters Zusammenfassung der Indiskretionen über Aussagen des britischen Botschafters in den USA zu dessen Präsi gelesen.»

- «So ist es. Und man fragt sich sofort – 'so what' – und jetzt... Der Kerl im weissen Haus profitiert sogar von solchen Geschichten...»

- «Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen.»

- «Tja, Madisch. Den Menschensatz hast du wohl aus dem Internet gefischt. Vielleicht sollte man den erweitern: ...Das schliesst nicht aus, dass es eine Therapie gegen Dummheit geben könnte.»

- «Aber die habt ihr Menschen wohl  noch nicht gefunden...»

- «Damit könntest du recht haben.» (Edi seufzt schon wieder.)

- «Auf Fox-News schlagen sie sich rum mit Aussagen von AOC, welche pitoyable Zustände in den Migration Detation Centers kritisiert. Immerhin besucht sie solche. Trotz ihrer Empörung bleibt das auch irgendwie Politik. Die Politik scheint sich von den letzten Resten an Humanität zu lösen – selbst bei einer AOC. So scheint es – wenn man sie so hört...»

- «Ich weiss nicht. Vielleicht. Das Magazini 'Politico' stellt fest, dass es unter den Demokraten ein enormes Hickhack gibt im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen, welches sich  – was zu erwarten war – pro Trump auswirkt.
Es hat übrigens eine erstaunliche Geschichte auf Fox-News. Die letzte Nacht von Michelle Obama im Weissen Haus. Bezeichnend dabei eine Einschätzung von ihr bezüglich der Präsidentschaft Obamas: Vielleicht habe Obama seine Präsidentschaftstätigkeit zu einfach aussehen lassen. Viele meinten heute, wenn so ein Schwarzer das kann, dann kann ich das auch…»

- «Was willst du sagen, Edi? Sonst betonst du doch immer, dass Regieren Teamwork sei, wo sich unterschiedliche Interessen jeweils durch die Reibung aneinander und in der Verwaltung entschärften. Einzelkämpfer seien da zum scheiterten verurteilt…»

- «Ja, Madisch. Sag ich so. Aber jetzt, jetzt mag ich gerade nicht mehr diskutieren.»

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- «Du, Madisch! Diese Rackete-Geschichte ist schon nicht mehr aktuell. Trump will jetzt die illegal Immigrierten definitiv ausschaffen. Publizität im Thema Migration um jeden Preis…»

- «Willst Du, dass ich mich jetzt empöre?
Auch in Europa ist bereits ein nächstes Flüchtlingsschiff unterwegs Salvini zu ärgern

- «Madisch, du hast recht. Die Organisationen versuchen da das Sommerthema zu lancieren…»

- «Sommerthema?»

- «Der Sommer ist arm an Nachrichten, weil sogar Schreihälse Ferien machen. Da kannst du leichter die Themenagenda beherrschen als sonst im Jahr…"

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Samstag, 06 Juli 2019 15:03

Schiffe und Karawanen I

- «Madisch! Es donnert von Ferne.»

(Zunächst reagiert die eingekugelt beim Teich Liegende nicht. Bei den ersten Regentropfen steht sie dann auf und kommt zu mir auf die Terrasse, springt auf die rote Bank und legt sich wieder hin. Dann fragt sie mich:)

- «Liest du wieder die NZZ?»

« Nein, aber … jetzt gar ein Guyer-Text…über Facebook verlinkt…»

- «Willst du dich aufregen?»

(Der Titel des Artikels ist tatsächlich wenig überraschend ziemlich primitiv und verquer: ‘Der hässliche Deutsche trägt keinen Stahlhelm mehr – er belehrt die Welt moralisch’.  Der hässliche Deutsche? Offenbar wird der Bundespräsident Deutschlands, Walter Steinmeier, derart charakterisiert.)

- «Das Interessante dabei ist, dass ich die Schlusspirouette dieses Guyer-Geschreibsels durchaus nachvollziehen kann.»

- «Ha – kommt der Trump-Lover in Dir wieder einmal zu Vorschein?»

- «Nein, Madisch. Dieser Gujer verweist darauf, dass es auch die Uneinigkeit der EU in der Migrationspolitik ist, welche zu dem massenhaften Ertrinken im Mittelmeer führt… Und, dass der Zeigfinger des Deutschen Bundespräsidenten auf die Unmenschlichkeit der rechtspopulistischen Politik Italiens auch etwas heuchlerisches habe. Er hätte die geretteten Migrierenden in Deutschland grosszügig aufnehmen können…dann hätte Italien wohl keine Problem..»

- «Jemanden - wie diese Kapitänin Rackete - dafür einzusperren, dass sie - er Menschenleben rettet, das geht doch nicht…»

- «Das Verrückte ist, wie die Massstäbe plötzlich so verzerrt scheinen …»

- «Das ist doch nur der Guyer. Den liest sowieso niemand, der nicht …schwer-rechts ist.»

- «Madisch – bitte – … aber…
Es ist genau dieses ‘Aber’ … wo die Maxime einer Humanität Rechtsordnungen untergeordnet wird, welche eben einmal das Ziel hatten, Humanität für Alle zu realisieren, etablieren, selbstverständlich zu machen. Humanität wird bei so einem Guyer – um ihm angedeihen zu lassen, was er Steinmaier mit monströser Ignoranz unterschiebt  –  vergessen, einer scheinbar liberalen Ordnung geopfert, welche nur mehr das Gesetz des Stärkeren kennt. Der ‘Struggle for life’ wird zum Selbstzweck.
Es ist nicht das Leben zu geniessen, sondern allenfalls ein Triumph des Überlebens.»

- «Und das ist jetzt das, was du an all den Trump’s, die es inzwischen gibt, so magst?»

- «Nein, ich bewundere, wie leicht es ist, Zivilisierungsformen über Bord zu werfen.»

 (Dann schweigt sie wieder. Die Katze auf der Bank der Terrasse mit dem Zugang in unseren Garten, zum Teich.)

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