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2018

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Montag, 31 Dezember 2018 11:09

Karawane LII

- «Ja, Madisch. …das Jahr geht zu Ende.»

- «Was willst du sagen, Edi? Sagst du, dass du nichts mehr zu sagen hast?»

- «…Ich weiss nicht, ob ich den Kommentar von Fuchs im Guardian als wichtig nennen soll: Die Portion Trost zum Denken…?*»

- «Wie du willst.  Ein McAleenan, ein Verantwortlicher der Border Patrol, weist bei den Fragen zum Tod der guatemaltekischen Kinder an der Grenze auf die Zunahme der Anzahl Kinder unter den Flüchtenden hin - seit den neuen Regeln von Trump. Der Kelly, der sich aus den Trump-Diensten windet, erläutert, dass selbst im weissen Haus eine Grenzmauer nicht aus Beton sein müsste - das wäre eigentlich allen klar…»

- «Tja - als wäre es normal, dass das weisse Haus überhaupt sowas diskutiert...
Und immer wäre da die Frage, ob jene Trump-Wahl nur das letzte Aufbäumen der Gattung frustrierter, primär weisser Männer war...»

- «Da bist du noch etwas näher dran als ich….: Wünsch dir alles Gute ins Neue Jahr.»

- «Danke, Madisch. Ich dir auch...»

 

 

(*Michael H. Fuchs streicht heraus, dass in Amerika die falschen Fragen zur Debatte stehen. Beispielsweise: Nicht, wie man einen Klimawandel bekämpft, sondern ob es einen gibt. Nicht, wie man nationale Sicherheitsfragen löst, sondern ob Trump in einer Russland-Affäre verstrickt ist. Nicht, wie man die Werte in der Aussenpolitik stärkt, sondern ob solche Werte eine Rolle spielen. Das Fazit des Beitrags ist ebenso imposant wie auch dürftig: Der Verlust an Normen bedrohe die Demokratie und es müsse betont werden, dass dies eben nicht normal sei. Als wüsste 'man', was normal ist...)

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Freitag, 28 Dezember 2018 15:20

Karawane LI

- «Er tritt noch in den Hintern der Abgehenden…

(Madisch meint wohl Trump)

…Jetzt will er die Grenze nach Mexiko gänzlich schliessen…»

- «Aha?»

- «Ist ganz frisch reingekommen.»

- «Jetzt muss man nur noch eine Variante finden, wie man ihn so zum ‘Täubelä’ bringt, dass er als Präsident zurücktritt… Wie heist das nur auf Hochdeutsch?...»

 - «’in Rage sein’, wütend sein»

- «Müsste eigentlich funktionieren, der ist so berechenbar mit solchem... – Das Problem ist nur – Ehre hat er keine im Leib, wie wäre diese also zu verletzen…?»

- «Siehst du, Edi. Jetzt denkst du doch wieder Trump nach und nicht den Menschen (bspw. da) in der Karawane…»

(Wo Madisch Recht hat, hat sie Recht. Ich schweige betreten.)

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Donnerstag, 27 Dezember 2018 15:40

Karawane L

- «Madisch, wir sind ruhig… dieser Tage…»

- «Dies Jahr darf zu Ende gehen…»

- «Irgendwie ist es ein dramatisches Ende – aber es berührt mich ...bisher... nicht.»

- «So? …An der Grenze ist wieder ein Migranten-Kind gestorben. Du hast voreilig und etwas zynisch Bilder von Weihnachtsfeierlichkeiten in Tijuana angekündet – mit Christbaum, Kerzen und leuchtenden Augen...»

- «Ja – die Leute dort sind sehr fundamentalistisch-christlich...und Journis wollen Tränendrüsenbilder, sogenanntes Storytelling... Die Bilder, die es nun hat, sind … pragmatisch, ehrlich, wirlich stark - und ja, und die anderen sind selten…»

- « und in Europa sind es hunderte Tote... ob Kind oder...
Es ist irgendwie ruhig vor dem Sturm … der ‘Shutdown’ kümmert wenig, …die Börsensprünge – holper-di-polter…»

- «Das sagt meine Katze…? Das macht mir Angst.»

- «Hockt wie gelähmt vor dem Abgrund…»

- «Was willst du Madisch? Soll ich die Welt retten?»

- «Könntest Du…?»

(lächelt Madisch?)

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Montag, 24 Dezember 2018 11:08

Karawane XLIX

- «Du Madisch, da haben wir bisher was verpasst!»

- «Was?»

- «Diesen Beitrag da zur Karawane

- «??  - Oh ja, genau - der passt perfekt zu Eurem Weihnachtsfest da.»

- «1916 – Hugo Ball. Es lässt sich weder lesen noch sehen – sondern man muss es hören oder aber selbst sprechen. Es gibt die verschiedensten Interpretationen, kein richtig und falsch…»

- «Das wäre eigentlich ein guter Abschluss für UNSERE Karawane – aber ich möchte doch wissen, wie es dann einmal in Tjiunana einmal zu Ende geht...»

- «Versprochen Madisch, wir versuchen die Migrierenden nicht zu vergessen, wir werden das anschauen, wir werden darüber sprechen. Wir vergessen nicht.»

(Ich vermute heute Abend werden dann frische Bilder von Tjiuana kommen mit Christbäumen, Kerzen, singenden, nassen und frierenden Migrierenden. Vielleicht müssten wir inzwischen über die Grenze blicken. Wohin die Menschen verschwinden. Da in diesem Amerika.)

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Samstag, 22 Dezember 2018 12:55

KarawaneXLVIII

- «Der Film rührt mich.» (20 minütiges Filmportrait der Karawane)

- «Ja. So absurd ist es.»

- «Und jetzt?»

- «Ich weiss nicht.»

- «Man kann immer etwas tun.»

- «Ja, man kann immer etwas tun.»

- «Der Shutdown ist Realität.»

- «Alles ist etwas absurd.»

- «Der Anfang vom Ende ist die Blockade um die Finanzierung der Mauer.»

- «Es wäre lustig, wäre es nicht so traurig, heute etwas die ratlosen Fox-Medien zu konsumieren.»

- «Fragst du dich, was DANACH ist?»

- «Ja schon, aber ich weiss nicht, was vor dem danach noch kommt.»

- «Bist du traurig?»

- «Ja, Madisch. Hab ich genug getan, dass es anders hätte kommen können?»

(Edi fragt Madisch nicht, warum sie immer wieder die Frage stellt, ob er traurig sei, obwohl sie doch merkt, dass er es ist.)

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Freitag, 21 Dezember 2018 10:11

Karawane XLVII

- «Edi, warum bringst Du so viele Bilder von diesem Satie? Das ist mein Blog!»

- «Madisch. Ich finde wirklich ihr könntet Euch einigermassen vertragen. Es hat Raum für zwei Katzen…Statt immer aufeinander los zu gehen ….»

- «Du kannst ihm seinen eigenen Blog machen, wenn du unbedingt willst…»

- «Er ist selbstgenügsam, muss nicht seine Weisheiten in die Welt verbreiten… Er braucht keinen Blog. Er ist mit wenig zufrieden – und ich schütze dich… Du hast genug Platz – auch wenn er hier ist...»

- «Mattis geht

- «Themenwechsel? Klar, wenns an den eigenen Pelz geht.... Aber gut: Ja, ein leises Schaudern, da ist ein weiterer halbwegs vernünftiger weg vom weissen Haus…»

- «Trump wird noch einsamer ... Und wie du einmal gross prophezeit hast… Am Schluss sitzt Trump allein und verlassen im Ovaloffice und spielt frustriert mit dem Abzugknopf der Nuklearwaffen…der Fake ist, weil sie ihm den richtigen abgenommen haben… »

- « Interessant ist, dass es Trump offenbar noch immer schafft, im engsten Umfeld so viel Zwietracht zu säen, dass keine Koalition der Vernunft gegen ihn entstanden ist…»

- «Die Republikaner des Senats machen mit Trump mit. Lieber das Mauerspielzeug als eine funktionierende Mauer…»  

- «Ich habe ja gesagt, Schumer und Pelosi könnten selbst dies Game wieder verlieren. Vielleicht gehört – bei aller Sympathie von mir für sie - ihre Art zu politisieren zur Logik, die einen Trump erst zu dem macht, was er ist…»

- «Das müsstest du jetzt etwas besser begründen…»

- «Ja, eigentlich schon… keine Lust jetzt... Gewöhnst du ich einmal noch an Satie?»

(Madisch scheint eingeschlafen zu sein.)

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Donnerstag, 20 Dezember 2018 21:20

XLVI

- «Noch ist es ruhig.»

- «An der Grenze?»

- «Nein, in Washington.»

- «Du meinst, wegen des drohenden Shutdown

- «Wegen der Mauer.»

- «Das ist ja das Gleiche.»

- «Nicht ganz, aber egal…»

- «Aber…was kümmert dich plötzlich Washington?»

- «Stimmt -  mit den Menschen aus der Karawane – oder generell mit den Migranten hat das nichts zu tun. Die kommen so oder so rein…»

- «Ja, offenbar wieder mehr…wohl wegen des Trump-Theaters…»

- «Das Perverse ist, dass es überhaupt noch Menschen gibt, welche nach Amerika wollen…»

- «Das gelobte Land... es bleibt in ihrer Armut…kennst du die Maslowsche Bedürfnispyramide?»

- «Lass den Intello-Scheiss – ihr nutzt doch den Spruch: ...Leben von Luft und Liebe.»

- «Funktioniert eben nicht…»

- «Bist du sicher….?»

(aber genaueres lässt sich nicht entlocken.)

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Sonntag, 16 Dezember 2018 10:05

Copy of Karawane XLV - Das Mädchen

- «Heute hat Reuters eine herzzerreisende Geschichte aus der Karawane.» (das war gestern am 15.12.2018)

- «Es ist eher ‘eine Karawane’… das wird gar nicht so genau gesagt. Aber …»

- « die Geschichte ist präzise. Da haben viele daran gearbeitet: Der Tod eines 7jähigen Mädchens. Zuletzt… vor dem Tod … wird es mit dem Helikopter transportiert…nachdem es über den halben Kontinent zu Fuss unterwegs war… Mit menschlicher High-Tech behandelt…. es hilft nichts, es stirbt, wird Opfer der Migration...»

- «Der Vater hat das Kind mitgenommen – wie dies viele tun – weil dieses Kind die Chancen erhöht, dass der Vater in den USA bleiben und schnell arbeiten kann.  Quasi Kinderarbeit – an dem es gestorben ist…»

- «Palmöl. Palmölplantagen machen die Situation für die einheimischen, armen Bauern noch schwieriger, so dass ihnen nichts anderes bleibt als in die USA auszuwandern …»

- «Seltsam. Das ist perfektes Storytelling wie es mir gefällt: Mit der Tränendrüse winken für Aufmerksamkeit und dann die hintergründigen Fakten bringen… Bezeichnend, dass niemand das aufnimmt…?»

(heute, 16.12. 2018)

- «Noch bevor Du deine Bitterkeit aufgeschaltet hast, ist die Story überall (Bspw) aufgenommen….Du bist zu schnell im urteilen...»

- «Aber es ist doch so: Das Mädchen ist auch für die mediale Aufmerksamkeit gestorben… für uns Mediennutzende, die auf traurige Geschichten mit unschuldigen Mädchen speziell empört reagieren...«

- «Sie starb für Euch Menschen…»

- «Jesus starb für die Sünder… - Jesus als Transgendermädchen…»

- «Edi, jetzt gefällst du mir nicht. Du bist bitter.... fast zynisch... geschmacklos.»

- «Ja – aber mit dem Storytelling habe ich recht. Passend für den 3. Advent…»

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Samstag, 15 Dezember 2018 09:22

Karawane XLIV - blab

- «He Edi, machst du bei der Karawane nicht mehr mit? Ich wollte vorgestern schon auf den Artikel in Politico hinweisen. Ein starker Text:  The caravan migrants who arrived at the border nearly a month ago don’t have a country. But they do have a government

- «…??»

- «  Die haben eine Art Ministerpräsident. Der wurde in einer offenen Versammlung der Karawane gewählt...»

- «So eine Versammlung habe ich auf Facebook bei Pueblo sin fronteras einmal gesehen...»

- «Begeistert dich das nicht? Dass diese Leute sich selber organisieren können! Aus sich heraus demokratische Strukturen entwickeln…»

- «Doch…»

- «Diese Vertretung der Karawane soll sehr ausgewogen sein, schreibt Politico. Es sind sogar die LGBT oder wie auch immer vertreten – gar doppelt, letzteres weil …Frauen aus der Gruppe sich nicht durch nen Schwulen vertreten sahen  – das verstehe eines. Aber egal ist gut so.  Neun Leute sollen drin sein.»

- «..Die neue, demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus wird durch ein Altersheim angeführt: Pelosi (78) mit Hoyer (79) und Clyburn (79) an ihrer Seite… Schumer ist auch im Pensionsalter…»

- «Edi? Zwangsthemenwechsel? Der Hoyer ist immerhin ein Immigrantenkind …»

- « Nicht das Alter ist das Problem, sondern das Gefühl unersetzlich oder der oder die Beste zu sein… Und das kann viele befallen…»

- «Ich hätte es auch lieber gesehen, wenn Alexandria Ocasio-Cortez Speakerin geworden wäre, statt dieser eingefallenen Nancy Pelosi.»  (Madisch interpretiert einen Artikel aus Vox.)

- «Das ist jetzt aber ein Luxusproblem, mein liebes Fresssäckli… AOC muss erstmal reifen...»

- «An die Grenze – zur Karawane – aus diesem Parlament ist bisher nur Pramila Jayapal gegangen. Sie wurde in Indien geboren… - sie wurde deswegen aufs Rüdeste beschimpft von Matt Gaetz - einem 35jährigen republikanischem Repräsentanten...»

- «Ha, das ist doch auch der, welcher … offenbar laut Politico … behauptet hat, dass Soros die Karawane finanziere…»

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Mittwoch, 12 Dezember 2018 10:38

Karawane XLIII - Die Falle

- «Nun wird es doch noch lustig…»

- «Du meinst Trump und sein Border-Wall-Streit im Oval-Office? Etwas zynisch, sowas lustig zu finden, bei all dem Leiden der Menschen in der Karawane an der Grenze – und in ihrer Heimat…»

- «Ok. Einverstanden. Ist nicht lustig.»

- «Siehst du. So nah sind Nächstenliebe und Geringschätzung bei den Reichen, Mächtigen und Möchtegern-Strategen. Gemütliches Parteigezänk und schon geht die Menschlichkeit flöten.»

- «Sagt mir meine Katze… Aber du bist auch nicht einfach nur eine Katze, du bist meine Madisch!»

(Edis plötzlicher und stürmischer Liebesbezeugung entflieht sie irritiert. Edi lacht. Von unter dem Bett tönt es hervor:)

- «Es wäre nicht das erste Mal, dass es noch dreht. Die Demokraten werden noch auf dem schwarzen Peter sitzen bleiben, weil sie Trump seinen Willen nicht lassen – wie kindisch dieser auch immer ist: Der Intelligentere gibt nach! Und Trump gilt einfach als ‘konsequent’, einer der seinen Weg unbeeindruckt geht…»

- «Stimmt Madisch, verdammt noch mal. Immer die gleiche Falle!!! Das Konkrete ist höher zu gewichten als das Abstrakte! Das Persönliche gewinnt über das Allgemeine. Die Emotion über den Intellekt. Es geht nicht darum, ob die Mauer sinnvoll ist oder nicht und es geht auch nicht darum, ob es unverhältnismässig ist, 100'000 Angestellte temporär auf die Strasse zu stellen wegen der Mauer – sondern darum konsequent, glaubwürdig ‘echt’ zu sein.» 

Hintergrund:  Trump hat sich von den führenden Demokraten des Parlamentes damit vorführen lassen, dass ihm sein geliebter Grenzzaun wichtiger ist als eine funktionierende Bundesverwaltung. Draussen ist es kalt. Es hat eine dünne Eisschicht auf dem Teich.

(vgl. gleiches Video und Kommentar über Fox-News)

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Dienstag, 11 Dezember 2018 11:31

Karavane XLII

 «Edi, es läuft viel mit der Karawane und du sagst, Tijuna sei kaum ein Thema mehr...»*

«Gestern war Brexit-MAYday Thema. Ich blieb an der Direktübertragung aus diesem altehrwürdigen britischen Parlament hängen… Es ist absurd. Du hast das Gefühl, dass selbst die Redner und Rednerinnen aus dem Museum kommen…»**

 «Vielleicht ist alles für das Fernsehen? Aber das Parlament ist doch älter als das Fernsehen?»

Edi: «Es geht in einem Parlament um die Illusion einer Diskussion. Ausgehandelt wird zuvor in Hinterzimmern, im Geheimen. Aber eine Parlamentsdiskussion macht zumindest die Entscheidungen transparent, stellt diese zur Diskussion und zuweilen werden Mehrheiten tatsächlich erst da geschmiedet.»

«Aber eigentlich wollte ich von der Karawane..."

Edi: «Ja, da gab es eine Demonstration für Humanität und Solidarität auf der amerikanischen Seite des Grenzzauns bei Tjiuna…Reuters hat nur eine Bildergeschichte, keinen Text…da fehlen mal wieder die journalistischen Ressourcen…»

«Demonstranten werden in Handschellen abgeführt. Die sehen so bieder aus. Sie tragen Leibchen mit der Aufschrift: ‘Love knows no border’. In einer Bildunterschrift heisst es, es seien Menschen aus Kirchen, Synagogen und Moscheen …»

«Ich hab’ da einen langen Film dazu gefunden. Die verstehen wirklich nichts von PR…»***

«Es ist schön, wenn Menschen sich selbstlos für einander einsetzen.»

«Eine Quäkerorganisation hat in interreligiösem Austausch diese Demo organisiert. Und sie machen noch mehr im Dezember… Wahrscheinlich knüpfen die an ihre eigene Geschichte als Migranten an…»****

«Ha, da wird dann der Rebel bald bellen…»

 

Aktualisierung im Laufe des Tages: https://www.reuters.com/article/us-usa-immigration-caravan/u-s-arrests-religious-leaders-activists-at-border-protest-idUSKBN1OA033

 

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Montag, 10 Dezember 2018 11:52

XLI

- «Nein, Madisch. Ich war nicht nachlässig. Ich war unterwegs. Und da lade ich die Texte nicht ins Internet, noch nicht…»

(stimmlos beklagt sie sich, dass in den letzten Tagen keine Texte publiziert wurden.)

- «Aber wir können es rückdatieren.»

(Sie scheint zufrieden. Die Texte von gestern und vorgestern sind nun freigeschaltet.)

- «Es ist eigentlich sowieso nicht so wichtig… 1. Schaut sich das eh niemand an 2. Ist es auch sonst nicht wirklich wichtig. Es ist sowieso unklar, was wichtig wäre, wenn es niemand sieht – wenn es Aktualitätsbezug hat…»

- «Ich arbeite nicht nach Massgabe der Menschenzeit.»

(Offenbar sagt Madisch heute doch was.)

- «Die Gerichte entscheiden gegen Trumps Versuche die Immigration mittels Schikanen einzudämmen…»

- «Der ist sowieso bald weg.»

- «Ja, vermutlich schon, aber die aktuellen, scheinbar gravierenden Angriffe helfen ihm wahrscheinlich eher.»

- «Man sollte ihn an die Grenze stellen.»

- «Madisch! Gewaltfrei please! Der Mann ist übrigens gewählt – und das heisst zunächst einmal auch: Es gibt viele Leute, die ihn als ihr Vertreter sehen. Das Denken dieser Leute müssen wir in Rechnung stellen. Wir müssen schauen, wie wir überzeugend wirken, wenn die Humanität gefährdet wird. Vielleicht müssen wir da künftig strikter werden, wenn die Inhumanen die Gesellschaft zu zerstören beginnen. Wir sollten wohl nicht nur mehr immer auf eine Moral zählen. Da fehlt was in der Gesellschaft…»

(Madisch streckt sich, gähnt, macht ein paar tapsige Schritte und kugelt sich dann frisch ein)

 

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Sonntag, 09 Dezember 2018 11:06

Karawane XL - b

«Was ist? Wir haben heute schon was geschrieben…»

- «…das eh niemand liest. Aber was ich sagen wollte: SRF hat ein Interview mit Fukuyama…»

 - «Du meinst den Endzeit-Propheten, nicht die verstrahlte Stadt…»

- «Fukushima ist nicht gleich Fukuyama – und das ist kein Endzeit-Prophet sondern ein Politphilosoph. Der ist mit einem neuen Buch unterwegs.»

 - «Alle sind geil darauf, dass da wieder eine so verrückte These aufgestellt wird, wie ‘Das Ende der Geschichte’… - Gelesen wird dann wohl weder das eine noch das andere…»

-   «Er nimmt es gelassen… Im neuen Buch behandelt er nüchtern Identitätspolitik. Wir leben in verschiedensten Gruppenidentitäten – und solche gewinnen an Bedeutung. Beispielsweise ‘Black lives matter’ findet er gut. Die Organisation spreche effektive Ungerechtigkeiten an. Von denen du ja auch Fan. Die White Supremacy versteht er weniger…»

- «Hm, interessant.  Gleiche Rechte für verschiedenste Gruppierungen sind mir ein Anliegen und gleichzeitig scheinen sich mir Gruppierungen von diesen LGTB, oder Lbgt oder was auch immer da an sexuellen Vorlieben ausgestellt werden soll inzwischen ebenso missionarisch zu sein wie die Zeugen Jehowas oder Urchristen …» 

- «..Die Linke mit ihrem Augenmerk für solche Gruppierungen würde dabei Differenz statt Gemeinschaft in der Gesellschaft betonen… daher plädiert Fukuyama eher für eine nationale Identität…»

 - « Ochh? Das ist mir jetzt aber von gestern. Der Nationalstaat hat sich spätestens mit der funktional differenzierten Gesellschaft überlebt. Da sind die Rechten doch schon heute von gestern.»

- «Du mit Deiner Systemtheorie…»

- «Die Linke wurde erst Linke mit den Arbeitern und letztere werden wieder seltener… »

- «Das ist nicht mein Thema…»

- «Ok, denken wir besser über die Gesellschaft nach, wo Arbeit knapp wird…»      

(Madisch interessiert sich auch weniger für Arbeit.)

- «Ja, Edi. Die Menschen in der Karawane suchen Arbeit.»

 

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Sonntag, 09 Dezember 2018 10:02

Karawane XL - a

- «Was wir gestern vermisst haben, ist heute bei Reuters drauf: Wir wollten wissen, was in Tijuana abgeht....»

- «Was steht da? Damit ich nicht auch noch lesen muss…»

- «Einzelne kehren heim, andere warten, dass ihr Gesuch behandelt werde. Wer Arbeit findet, der arbeitet. Offenbar sind es erstaunlich viele. Sie leben in den Tag. Meist von gespendeter Nahrung. Es hat zwei Lager. Es ist ruhig. Hoffnung, Gottergebenheit.»

- «Ja, viele sollen gläubig sein. Was kannst du in dem Elend anders. In Frankreich sind die Proteste wieder gewalttätig geworden. Tränengas… da werden sie weniger gläubig, gottergeben, hoffnungsvoll sein…»

- «Ich denke, in Frankreich sind die Menschen nicht so gläubig. Kein grosser amerikanischer Traum in dessen materialistischer Wendung, wie…»

- «Genau, das mein ich ja, nicht der verkürzt karrieristisch gedachte amerikanische Traum… Super, da hast du - meine liebe Katze - wieder mal was spezifisch menschliches der Moderne verstanden!! Gratuliere!!
... Vielleicht mag ich ja den Trump so gut, weil er den Mythos des grossen amerikanischen Traums definitiv trivialisiert. Ha! Super Idee, Madisch....Es ist genau, wie wir schon gestern gesagt haben: … Aus lauter - Selbstmitleid zerstört dieser Trump die Demokratie… Nein, das wird der Ex-Apprentice-Star nicht schaffen, aber die trivilisierte Form des 'American Dream' wird endgültig ihren Lack verloren haben...»

- «Das hat Jürg Acklin gesagt

- «Was? Das mit dem Demokratie einreissen ...- Richtig.  Aber wir dürfen da weiter denken....»

 

 

Published in Madisch's Tagebuch
Freitag, 07 Dezember 2018 10:32

Karawane XXXIX - Autoritarismus

- «...Arizona habe ein Problem mit illegalen Grenzübertritten...»

- «...twittert Trump. Jetzt muss man seine Lügen noch interpretieren. Oder besser: Es gibt Journis, die glauben das tun zu müssen...»

- «Er ist schon raffiniert. Seine Tweets sind so trivial formuliert, dass deren vermeintliche Brisanz erst durch die Journis ausformuliert wird…»

- Was ist daran raffiniert? Trump hat es eigentlich gar nicht im Griff, man macht aus ihm...»

- «Genau, er braucht für seine Zwecke gar nichts im Griff zu haben... Die Journis finden selbst die übelste Variante, wenn sie versagen, kann er immer noch nachdoppeln... Jetzt ist die unsägliche ‘Mauer’ wieder in aller Munde....»

-  «Du, Edi, das mit dem autoritären Charakter und Trump, was du immer wieder ansprichst, ist nix neues…muss ich dir mal sagen...»

- «Das Thema liegt auf der Hand, das beanspruche ich nicht als meine Entdeckung… aber was meinst du?…»

- «Die NZZ hat ein Artikel mit dem Thema bereits im Jahre 2017 speziell hervorgehoben…»

- «Die NZZ? Die les’ ich nicht mehr…Was schreibt sie?»

- «Es ist ein …anspruchsvolles Interview von Peer Teuwsen mit Jürg Acklin: Wer glaube immer gut sein zu müssen, der sei anfällig auf einen Übervater. Überväter seien im Grunde genommen Unsichere, welche keinen Widerspruch dulden, ihre Monströsität ergebe sich aus der lebenslang perpetuierten Pupertät…»

- «Aber wie kommt es, wie kommt es zu dieser Entsprechung von Übervater und verunsichertem Gutmensch?»

- «Hm. Diese Übermenschen hätten eine Faszination, instinktsicher – holten sie die Menschen über die Emotionen ab… Du betonst ja auch immer wieder diese Instinkthaftigkeit…
Nebenbei: Wie du betont auch Acklin immer wieder sein Nichtwissen, seine Unsicherheiten…»

- «Aber die Argumentation klärt mir noch zuwenig – wie dieses Zusammenspiel von  Volk-Führer funktioniert….»

- «Ha, Acklin hat da ein Bonmot: Der Linksliberale kennt die Psychoanalyse theoretisch, der Rechte wendet sie an…»

- «Madisch, das hilft jetzt nicht weiter. Abgesehen davon traue ich der Psychoanalyse nur beschränkte Aussagekraft zu…»

(Madisch verzieht sich. Es scheint ihr zunächst zu kopfig zu sein…on verra)

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Donnerstag, 06 Dezember 2018 13:21

Karawane XXXVIII

- «Und wieder ist es ruhig um die Karawane…»

- «Der Fox-News Tucker tut aufgeregt

- «Ja, ja. Ich frage mich eher: Wo sind die Menschen aus der Karawane? Was geschieht mit ihnen?»

- «Du könntest die Gelegenheit nutzen und über Autoritarismus oder autoritären Charakter referieren.»

- «Machst du dich über mich lustig? …Aber ok, stimmt: Ich habe das immer mal wieder angesprochen. Und… heut ist Sankt Nikolaus …»

 (Edi für sich: Madisch hat recht. Der autoritäre Charakter hilft Trump, das entsprechende Wahlverhalten zu verstehen. Und die Karawane hat mit den Wahlen und mit Trump zu tun. Aber vielleicht auch nicht. Ich muss dem nachgehen…)

- «Edi. Ich wollte nachschlagen, was ‘The Rebel’ heute zur Karawane meint: Nix. Die haben jetzt einen Schwerpunkt bei den französischen Strassenprotesten. Lies mal da: ‘I talked to the protestors myself and they're fed up with the Macron government, carbon taxes, and illegal mass migration.’ Das ‘I’, welches spricht, ist Martina Markota…»

- «Illegale Massenmigration? Massen? Illegal? Ist mir neu für Frankreich 2018...»

- «Ja, die Kanadier sind halt etwas hinter dem grossen Teich… ‘The rebel’ hat halt seine eigene, rauhbeinige Agenda.»

- «Und was schreibt die WOZ?»

- «…handelt die französischen Strassenschlachten mit einem Interview mit einem jungen Sozialphilosophen ab, welcher von dieser Bewegung der ‘gilets jaunes’ begeistert ist… Nein, Migration ist laut ihm kein Thema der Bewegung…»

- «Die Rechten würzen halt alles mit Immigration… Scheint, dass die Ultrarechts-Patriarchen auf dem absteigenden Ast sind…»

- «Bist du jetzt der Meinung Trump sei over?»

(jetzt bin ich schnell mal weg.)

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Dienstag, 04 Dezember 2018 10:17

Karawane XXXVIIb

- «’Die Welt’ kennt ihn.»

- «Wer, wen, was? Bitte weniger kryptisch, Madisch…»

- «Bartolo Fuentes.»

- «Kenn ich nicht.»

- «Der habe die Karawane erfunden…»

- «…sagt wer…?»

- «Eben ‘die Welt’ - du Idiot…»

- «Ah - Du meinst die Zeitung mit dem Namen, äh, das Internetblatt…und was sagen die…?»

- «Zuerst blabbla, Reportagestil mit Aufbau einer Stimmung…»

- «komm bitte heute noch zur Sache…»

- «… also da wird zunächst erzählt …an einem Sonntag sitze ein unscheinbarer Mann in den Bergen… um Mittags um 1… dann beginnt die paywall…»

- «Ne – es wird nix bezahlt. Die Geschichte war vor sechs Wochen bei Reuters erschienen… Der unscheinbare Mann ist ein oppositioneller, verfolgter Parlamentarier…»

- « Also das mit dem Parlamentarier steht in 'die Welt' zwischen der Werbung auch. Also ein Tim Röhn habe die Geschichte geschrieben…»

- «Zitieren wir die Selbstdarstellung dieses Tim Röhn’s auf seiner Homepage:  «Im Emirat Katar klagten mir versklavte Gastarbeiter ihr Leid. In Brasilien traf ich mutige Frauen, die gegen Kinderprostitution kämpften. Am Zürichsee versuchte mir Sepp Blatter klarzumachen, dass er nicht Täter, sondern Opfer sei.’»

- «Ein wahres Genie immer bei den Ärmsten und Entrechteten – überall auf der Welt gleich an der verstecktesten Quelle. Offenbar ist er sogar Dozent an Journalismusschulen, dieser Robin Hood.»

- «Wahrscheinlich eher eine doffe Ausgabe von Don Quichote... Weisen wir zum Vergleich mal auf die Fussnote von Reuters zu jener Geschichte mit diesem …Fuentes hin…: Reporting by Doina Chiacu in Washington and Jorge Cabera in Esquipulas, Guatemala; Additional reporting by Lizbeth Diaz in Mexico City; Writing by Delphine Schrank; Editing by Rosalba O'Brien, Sandra Maler and Paul Tait
Our Standards:The Thomson Reuters Trust Principles.
Ja, da hat es einen Link zu diesen Standards...explizit..

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Dienstag, 04 Dezember 2018 09:48

Karawane XXXVIIa

- «Heute Morgen hat es viele Berichte zur Karawane. Auch in der deutschsprachigen Presse.»

- «Es ist einmal so und einmal so.»

- «Ja.»

(Pause. Und dann:)

- «Aus lauter Langeweile quasi – oder aus Not – überqueren viele illegal die Grenze.»

- «Tausende von Grenzschützern, Soldaten – alle Technik… und trotzdem kommen Frauen und Kinder über die Grenzzäune. Es ist lächerlich.»

- «Sie gehen auf die Grenzwächter zu, die ihren Grenzübertritt nicht verhindern. Es ist absurd.»

- «Die Leute werden abgeschoben…»

- «Die Frage ist nur wie. Holen sie so einen Flug raus und müssen nicht zu Fuss...?»

- «Der offizielle Grenzübertritt fertigt dort nur 40-100 Gesuche pro Tag ab. Aber auch die Leute haben kaum eine Chance. Geprüft wird immerhin.»

- «Der deutschsprachige Journalismus zum Thema – summarisch – ist noch bei der Situationsdarstellung. Also, wie, wo die Flüchtlinge untergebracht seien, wer diese sind. Portraits. Ein Medium schreibt gar, dass das Stadion geschlossen sei…"

- «Ich weiss es nicht. Dann wären die sechs Tausend wieder weg…?»

- «Wie die Leute zum Essen kommen ? – Also die Ernährung von mehreren Tausend wäre keine Kleinigkeit… ist kaum ein Journi-Thema. Jemand schreibt, dass das UNHCR seit Ende letzter Woche denen beisteht, welche sich zum Rückweg entschlossen haben. Irgendwo habe ich gelesen, dass die Leute, die zurückkommen verlacht werden. Es wird nie geschrieben, dass die Karawane nur ein kleines Fenster der gesamten Migrationswelle ist, welche aus diesen lateinamerikanischen Ländern in die USA schwappt.»

- «In der medialen Darstellung hat es keinerlei Diskurs, keinerlei Bezug zwischen den Geschichten. Jeder schreibt für sich - und jede. Alle je für sich. Routine? Produktionsdruck? Journalismus(un)kultur?»

- «Auch die Karawane verfällt. Verfällt an der noch nicht gebauten Mauer…»

- «In Tijunana hat es eine Mauer.»

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Montag, 03 Dezember 2018 14:37

Karawane XXXVI

- «Es scheint ruhig um die Karawane.»

- «In Tjiuana regnet es. In Strömen. Seit Tagen.»

- «Jorge Ramos…genau…vielleicht mit seiner Bekanntheit…»

- «Warten. Warten? Worauf?»

- «Humanitäre Katastrophe…In mir zieht sich alles zusammen…»

- «Und was ist jetzt mit Deiner Empörung wegen den Muslimen in Xinjiang

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Sonntag, 02 Dezember 2018 18:07

Karawane XXXV

- «Ihr Menschen seid schon komisch.»

- «Das tönt zunächst nicht so schlimm…»

- «Da treffen sich die Repräsentanten der zwanzig scheinbar wichtigsten Länder der Erde und es interessiert vor allem wie sie mit dem potentiellen Kashoggi-Mörder umgehen.»

- «Ah, du bist bei dem High Fife von Putin mit dem saudischen Prinzenlümmel. Ja. Es ist peinlich. Kaum Verbindung zu den sterbenden Kindern, Toten und Hungernden in Jemen geschaffen. Vielleicht ist es einfach ehrlich…»

(Madisch sagt erst nichts, dann:)

- «Narrativ?»

 - «Vielleicht; verlorener Sohn

- « Wie? Lukas 15 Verse…?»

(Madisch scheint zu überlegen. Edi versucht den Schlussfolgerungen nachzuhelfen:)

- «Trump weist darauf hin, dass es immer ein Weg zurück in die Gemeinschaft, Gesellschaft gibt. Das ist die christliche Botschaft…»

- «Trump soll alles inszeniert haben? Bist wieder bei den Verschwörungstheorien …»

- «Nein… aber du musst zugeben: Trump erreicht auch unter den G20, was er will… auseinanderdividieren, Unverbindlichkeiten – und alle nicken, zu dem was er von sich gibt…selbst die Chinesen…»

- «Edi’s grosse Weltpolitik… Was hat das mit der Karawane zu tun?»

(Madisch mag es definitiv nicht, wenn Edi Trump anhimmelt.)

- «Irgendwas, ich weiss es nicht genau – Zivilgesellschaft – durch jene die nichts zu verlieren haben, aber sich noch wehren können…Ich weiss nicht…»

- «Sind wir mal wieder am sinnieren, ohne dass dabei was schlaues raus kommt...?»

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