15 Mär 2021

- «Ja, Madisch. Es war der Horror - die Tage. Du hast gelitten nach den Anfällen. Ich gebe dir Barbiturate. Eine sonst gesunde Katze, kann man nicht so töten, meint die Tierärztin. Ich will mal schauen, vielleicht. Ich will dich ja auch nicht umbringen.

Was machen diese Barbiturate mit dir. Du hast weiter die Anfälle….bist absent, erschöpft… Vielleicht kommt es nochmals, vielleicht stimmt es trotz der Barbiturate wieder….

Und jetzt, spät abends bist du weg. Es beunruhigte mich schon schnell. Jetzt regnet es. Ich suche dich in der näheren Umgebung, rufe leise in die Nacht, den Regen. Dein Orientierungssinn könnte durch die Barbiturate beeinträchtigt sein. Es ist mit einem Anfall zu rechnen. Nichts.

Und dann das Gefühl, dass du gegangen bist - um nicht mehr wieder zu kommen, um irgendwo zu sterben. Verrecken. Hab ich dir dein Sterben mit diesen Barbituraten erschwert? Hätten wir dich erlösen sollen am Freitag? Jetzt bist du irgendwo im Nassen, vielleicht am Sterben, hinüber gleiten…

Und doch kann es ein, dass du jetzt – wo ich dies denke, schreibe – wieder vor der Terassentür sitzest, dich lauthals beklagst über die geschlossene Türe. Ich dir gleich  - mit einem gespielten Erschrecken, dass ich dich aus Versehen ausgesperrt hätte, die Arme verwerfend, endlich Einlass gebe. Und du mit Entrüstung hereinstürmst, in die Küche, zum Futternapf.

Eigentlich habe ich schon einige Male nachgeschaut. Immer wieder in den Regen gerufen.

Ich gehe jetzt ins Bett, ich bin müde. Bin müde von unserem Abschied, der noch keiner war. Bin müde von dem Erwachen, Aufstehen in der Nacht bei deinen Anfällen, von dem ständigen Wechseln und Waschen der Tücher zum Schutze meiner Wohnung vor deiner Pisse. Dem Reinigen der Orte, wo es dennoch hingespritzt hat. Ich habe es gerne getan für dich. Das gehört dazu. Ich bin müde von dem vielen tröstenden Streicheln.

Den Tod kann man nicht teilen, nur das Leiden.

Jetzt bist du weg. Gehen, wie du gekommen bist – aus dem Nichts? Ich hab dir den Namen Madisch gegeben, damals – weil du irgendwo verschwunden sein musst… MAdame DIS(CH)paru»